#1

Holzarten

in Djembe kaufen 21.04.2011 13:39
von Fiacha • 165 Beiträge | 827 Punkte

Geeignete Holzarten

Vielen Dank an www.djembefola.com die uns diesen ausführlichen Text samt Bildern freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben. :-)
Er wurde von Michi (www.drumanddance.com.au.) erstellt und von mir sinngemäß übersetzt. Das englische Original kann eingesehen werden unter http://djembefola.com/articles/djembe-woods.php
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Die verschiedenen Holzarten sind beim Djembékauf natürlich nicht ausser Acht zu lassen, daher gibts für das Holz an dieser Stelle einen eigenen Thread ^^

Jeder, der sich entweder seine erste Djembé oder auch eine neue Djembé kaufen möchte, wird mit einer großen und verwirrenden Vielfalt konfrontiert.
Die vielen verschiedenen Holzarten mit Namen wie Lenke, Tweneboa, Gueni, Acajou oder Dimba können sehr verwirrend sein.
Dieser Beitrag soll helfen, die verschiedenen Hölzer und deren Vorzüge kennen zu lernen.

Zunächst sollte man wissen, dass es traditionelle und nicht-traditionelle Hölzer zum Bau einer Djembé gibt. In hunderten von Jahren wurden mit Sicherheit sehr viele verschiedene afrikanische Hölzer auf ihre Tauglichkeit zum Bau von Djembés getestet. Die meisten davon wurden allerdings als untauglich ausgesondert.
Nur eine Handvoll der Holzarten bestanden im Selektionsprozess und wurden zu traditionell verwendeten Hölzern.

Diese traditionellen Hölzer sind tropische Harthölzer und haben einen hohe Dichte und Härtegrad. Beides ist sehr wichtig, denn sie sind mitverantwortlich für die Stimme der Djembé und beeinflussen die Lautstärke und den Klang.

Das soll nicht bedeuten, dass andere Hölzer außer den Traditionellen nicht für den Bau von Djembés verwendet werden können. Andere Hölzer mit vergleichbarer Härte und Dichte aus anderen Ländern können auch gut geeignet sein. Sie sind lediglich nicht traditionell.
Insgesamt gehören nur wenige Holzarten zu den traditionellen Hölzern die zum Bau von Djembés verwendet werden. Am häufigsten findet man Gueni, Lenke, Djalla und Dugura, sowie etwas weniger häufig Iroko und Gele.
Die meisten Hölzer haben viele verschiedene Namen die sich insbesondere regional unterscheiden. In diesem Beitrag verwende ich im Wesentlichen die Namen der Malinke. Weitere Synonyme werde ich nach und nach ergänzen.

Die traditionellen Hölzer können weiter unterteilt werden in rote und braune Hölzer.

Rote Hölzer


-Lenke (Afzelia africana)



Weitere Namen: Doussi

Lenke ist das wertvollste aller Djembe-Hölzer. Nicht weil es einen besseren Klang hätte als die anderen Hölzer, sondern weil man sagt, es habe spirituelle Kräfte, die es überlegen macht.
Lenke ist rotbraun bis orange gefärbt und wird sehr oft für die Herstellung von Djembés verwendet.

-Djalla (Khaya senegalensis)



Weitere Namen: Acajou, Afrikanisches Mahagony, Bois Rouge, Kaya, Samanguila, Dubb, Doukouma

Djalla ist nicht so fest und dicht wie Lenke, aber immer noch auf dem oberen Ende der Skala. Ein gebräuchlicher Name für dieses Holz ist auch Acajou. Allerdings muss man vorsichtig sein. Basierend auf regionalen Eigenheiten wird an manchen Orten noch ein weiteres Holz, das Khaya Ivorensis als Acajou bezeichnet. Dieses Holz unterscheidet sich allerdings grundlegend. Während das erstere ein hervorragendes Holz für die Djembé Herstellung ist, ist das Khaja Ivorensis sehr leicht und weich und eignet sich nicht als Klangholz.

Falls du eine Djembé aus Acajou erwerben möchtest, achte auf das verwendete Holz. Dies zu erkennen ist nicht schwer. Die Festigkeit des geeigneten Acajou ist vergleichbar mit der von Lenke Holz. Djembés derselben Größe und Wandstärke aus Lenke und Acajou sollten ein vergleichbares Gewicht aufweisen. Dagegen hat das ungeeignete Acajou Holz ca. 25% weniger Gewicht als Lenke.
Außerdem sollte es nicht möglich sein, mit dem Fingernagel ins Holz zu drücken. Falls das geht, hat man mit ziemlicher Sicherheit eine Djembé aus weichem, ungeeignetem Acajou vor sich.

Gele (Prosopis Africana)




Weitere Namen: Numu Yiri (Malinke, Bamana), Bois du Forgeron, Vene, Bele, Celen, Eisenholz.

Gele ist ein hartes und schweres Holz. Es steht an zweiter Stelle, in Härtegrad und Dichte nur von Gueni übertroffen. Oft wird es als Synonym für Djalla verwendet, doch eigentlich ist es eine eigene Spezies.
Djembés aus Gele Holz sind selten zu finden, denn der Baumbestand ist in Westafrika ernsthaft gefährdet.
Außerdem mögen die Djembébauer das Holz nicht. Es ist schwer zu bearbeiten und macht die Werkzeuge schnell stumpf.
Die Namen Numu Yiri (Malinke und Bamana) und Bois du Forgeron (French) bedeuten "Holz des Schmieds"


Braune Hölzer

Gueni(Pterocarpus erinaceus)




Weitere Namen: Keno, M’gouin (Malinke), Harre, Khadi (Susu), Balafon wood

Gueni variiert in der Farbgebung zwischen hellem und dunklem Braun. Es ist das härteste und dichteste der traditionellen Hölzer. In den letzten Jahren hat es Lenke als am häufigsten verwendetes Holz abgelöst. Gueni wird oft als Balafon Holz bezeichnet, denn es wird zu den "Tasten" des Instruments verarbeitet.
Die Blätter des Gueni Baumes werden wegen ihres hohen Proteingehalts als Tierfutter verwendet. Alle Teile des Baumes dienen medizinischen Zwecken, wie beispielsweise der Behandlung von Fieber und Durchfällen. Die Rinde wird geraucht, um Husten zu lindern und das Harz kann zum färben von Stoffen verwendet werden, was einen dunklen Lilaton ergibt.


Dugura(Cordyla africana)



Weitere Namen: Dimba (Wolof), Douki (Fula), Bush Mango

Dugura wächst im Senegal, Burkina Faso, Elfenbeinküste und Mali. Es hat eine Dichte die mit Lenke vergleichbar ist, doch das Holz ist etwas weicher.

Iroko (Milicia excelsa)



Auch bekannt unter dem Namen: Sine (Malinke), Odum, Kambala, Afrikanische Eiche, Chen d’Afrique

Iroko ist das leichteste und weichste Holz unter den traditionellen Hölzern. Iroko wird im Wesentlichen für Djembés aus Burkina Faso und der Elfenbeinküste verwendet.

Nicht-traditionelle afrikanische Hölzer


Die Länder Senegal, Gambia, Mali, Guinea, Elfenbeinküste und Burkina Faso sind traditionell mit der Herstellung von Djembés vertraut. Allerdings werden mehr und mehr Djembés ausserhalb dieser Länder produziert.
Große Stückzahlen von Djembés kommen aus Ghana, Nigeria und Südafrika. DIe traditionellen Hölzer sind dort nicht oder nur schwer zu erhalten, daher verwendet man in diesen Ländern anderes Holz zur Herstellung von Djembés.
Unglücklicherweise sind diese alternativen Hölzer aufgrund ihrer geringeren Dichte und Härte eher zweitklassig im Klang.
Djembés aus diesen Hölzern können OK klingen und können eine gute Alternative sein für DjembéspielerInnen mit kleinerem Budget. Allerdings muss man sich im klaren sein, dass diese Hölzer nie an die Klangqualität der anderen, härteren Hölzer heranreichen können. Will man ernsthaft Djembé spielen, wird man früher oder später nicht mehr zufrieden sein und eine Djembé aus Hartholz wählen.

Melina (Bombax costatum)


Weitere Namen: Bumu, Bois Blanc, Kattupa, Whitewood, Weißholz

Melina kommt in vielen westafrikanischen Ländern vor, sowie in Ghana, Togo und Nigeria. Es hat geringe Dichte und ist ein sehr weiches Holz, was es für den Bau von Djembés ungeeignet macht. Jedoch wird Melina häufig für den Bau von Dununs und Krin verwendet, wofür es gut geeignet ist.

Bete (Mansonia altissima)

Weitere Namen: Aprono, Mansonia, African Black Walnut

Bete wächst an der Elfenbeinküste, in Benin, Ghana, Cameroon, Nigeria und Togo und wird gelegentlich zum Bau von Djembés verwendet. Bezüglich der Eignung ist es als grenzwertig zu betrachten. Es hat dieselbe Dichte wie Iroko-Holz, ist jedoch weicher.

Tweneboa (Cordia platythyrsa, Cordia millenii)

Weitere Namen: Palmholz, Kyeneboa, Bon, Ebe, Ebois, West African Cordia

Tweneboa wächst an der Elfenbeinküste, in Liberia, Sierra Leone, Ghana und Kamerun. Es ist fast weiß in der Farbe und eher weich, fast schwammartig in der Textur. Diese Eigenschaften machen es zu einem schlechten Holz für die Herstellung von Djembés.
Nichtsdestotrotz wird es in Ghana sehr gerne zum Bau von (billig-) Djembés verwendet. Aufgrund der geringen Dichte und Härte sind die Wände dieser Djembés typischerweise sehr dick, um die Zugspannung des Trommelfells aushalten zu können ohne zu brechen.

Nicht-traditionelle, nicht-afrikanische Hölzer

Das Groß von Djembés, die ausserhalb von Afrika hergestellt werden, kommen aus Indonesien. Diese werden fast ausnahmslos aus Plantagen-Teak oder Mahagoni hergestellt. Die Qualität dieser Djembés variiert sehr stark, von sehr gut bis unglaublich schlecht. Eine gut gearbeitete indonesische Djembé kann eine gute Alternative sein wenn man etwas Geld sparen möchte. Traditionelle Djembéspieler sind aber meist davon überzeugt, dass die indonesischen Holzarten bei weitem nicht an den Klang der afrikanischen, traditionellen Djembé-Hölzer heranreichen können.

Viele Trommelbauer weltweit experimentieren mit verschiedenen, lokal beheimateten Hölzern. Manchmal mit hervorragenden Ergebnissen. Also sollte man eine Djembé nicht von vornherein ablehnen nur weil sie nicht aus traditionellem Holz hergestellt wurde. Eine gut proportionierte Djembé wird gut klingen, vorausgesetzt das verwendete Holz hat Eigenschaften, die mit den traditionell verwendeten Hölzern vergleichbar sind.

Das Holz auswählen

Es gibt zahlreiche Fakten, die die Wahl des richtigen Holzes beeinflussen

Holz/ Schreibweisen und weitere Namen/ Dichte/ Härte / Farbe
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Lenke: Lenge, Lengue, Lingue, Linke, Doussie 0.8g/cm³ 7.7 (medium) Rot
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Djalla: Djala, Diala, Jala, Acajou, Acajou d’Afrique, Acajou du Senegal, Afrikanisches Mahagoni, Bois Rouge
0.8g/cm³ 5.9 (medium) Rot
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Gele: Guele, Vene, Bele, Celen, Eisenholz, NumuYiri, Bois du Forgeron 0.9g/cm³ 8.0 (hard) Rot
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Gueni: Goueni, Gouenou, Gonee, Guin, Goni, Keno, M'gouin, Nbeng, Beng, Harre, Hare, Hari, Kare, Kari, Khari, Khadi,
Balafon Holz 0.9g/cm³ 9.5 (hart) Braun
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Dugura: Dougoura, Dimba, Dimb, Demb, Dim, Dougi, Doukie, Duki, Bush Mango 0.85g/cm³ 6.7 (medium) Braun
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Iroko: Sine, Odum, Kambala, Mvulu, African Oak, Chen d’Afrique 0.6g/cm³ 4.1(soft) Braun
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Melina: Bumu, Bois Blanc, Kattupa, Weißholz 0.5g/cm³ 2.4 (sehr weich) Weiß
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Bete: Aprono, Mansonia, African Black Walnut 0.6g/cm³ 3.8 (weich) Braun
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Tweneboa: Bon, Ebe, Ebois, West African Cordia 0.5g/cm³ 1.3 (sehr weich) Weiß
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Härte und Sound

Der Klang einer Djembé ist zum Teil abhängig von der Härte und Dichte des Holzes. Ausgehend von der Härte, von hart zu weich, können die traditionellen Hölzer wie folgt geordnet werden:

Gueni, Gele, Lenke, Dugura, Djalla, Iroko

Von diese können Gueni und Gele als hart, Lenke, Dugura, und Djalla als medium, und Iroko als weich angesehen werden. (Dies sind relative Bezeichnungen. Nicht vergessen, dass diese Hölzer alle zu den Harthölzern zählen. Somit unterscheiden sich diese hier nur INNERHALB ihrer Klasse als Hartholz)

Dichte und Härte stehen in Bezug zueinander. Demnach ist auch das Gewicht dieser Hölzer in dieser Reihenfolge von Schwer zu leicht zu betrachten.
Man sollte beachten, dass Tabellen bezüglich der Dichte und Härte von Holzarten immer einen durchschnittlichen Wert widerspiegelt. Wuchsbedingungen, Alter des Baumes und der Teil des Stammes aus dem die Trommel hergestellt wurde, spielen als Faktoren durchaus eine Rolle und daher können die tatsächlichen Werte eines Holzes von Tabellenwerten abweichen.

Die Härte eines Holzes hat Einfluss auf den Klang einer Djembé. Im allgemeinen tendieren Djembés aus den härteren Hölzern Gueni und Gele zu einer Trommel mit klarem Klang und längerem Sustain, lauten, scharfen Slaps mit einem reichen Spektrum an Obertönen. Gleichzeitig haben die Töne nicht den vollen Körper und dunklen Klang von Djembés aus einem weicheren Holz.
(Solche direkten Vergleiche sind nur möglich mit möglichst baugleichen Djembés aus verschiedenen Hölzern)

Weicheres Holz (Iroko) hat umgekehrte Klangcharakteristiken: Slaps sind nicht so scharf und erhaben wie bei den härteren Hölzern, doch die Tones tendieren zu vollem und reichem Klang. Generell klingen Djembés aus Iroko wärmer und trockener als die Gegenstücke aus härterem Holz.

Es überrascht nicht, dass Lenke, Dugura, and Djalla irgendwo dazwischen angesiedelt sind.

Der Bass einer Djembé wird nicht von der Holzart beeinflusst. Basstöne sind zu tief um ein nennenswertes Obertonspektrum zu haben das sich mit der Holzart verändern würde. Der Bass wird nur durch die Größe und Form der Djembe beeinflusst. (Der Klang des Basses wird vom Stimmen der Djembe nicht beeinflusst)

Gewicht


Ein Detail das oft übersehen wird, ist das Gewicht der Djembé. Eine Djembé aus Gueni wird fast doppelt soviel wiegen als eine Djembé aus Iroko (angenommen Größe, Form und Wandstärke seien identisch). Wenn man hauptsächlich im sitzen trommelt, wird das Gewicht kein wesentlicher Faktor sein. Doch man darf nicht vergessen, dass man die Djembé gelegentlich tragen muss.
Abhängig von der Größe und der Holzart kann eine Djembé nur um die 8 kg wiegen, oder aber stolze 15kg.
Das Gewicht spielt nicht nur beim Transport eine Rolle. Bei manchen Gelegenheiten möchte man vielleicht im stehen spielen. Ein einstündiges Konzert mit einer 15kg Djembé ist ungleich belastender als dasselbe Konzert mit einer 10kg Djembé...

Das Gewicht der Djembé sollte zu deinem Körperbau passen. Ein gutes Gewicht für das spielen im Stehen liegt bei 10-11 kg. Das ist schwer genug um die Djembé beim Spiel in Position zu halten, doch leicht genug um nicht allzu anstrengend zu sein. Beachte, dass zu leichte Djembés nicht leicht im Stehen zu spielen sind, da sie dazu tendieren sich bei den Schlägen aufs Trommelfell sehr viel mehr zu bewegen als eine schwerere Djembé. (Ein weiterer Grund weswegen leichte Hölzer wie Tweneboah als nicht geeignet angesehen werden)
(Anmerkung von Fiacha: insbesondere für Frauen kann ich aus Erfahrung sagen, dass sich auch Djembés mit 7-8 Kg gut im stehen spielen lassen. Mit leichteren Djembés habe ich keine Erfahrungswerte)

Splintholz und Kernholz



Ein Baum hat zwei Bereiche im Stamm. Kernholz formt das innere des Stammes und ist nicht mehr "lebendig". Es trägt das Gewicht des Baumes und sorgt für Stabilität. Splintholz formt die äußere Schicht des Stammes und befördert Nährstoffe. Wenn der Baum wächst, wird das Splintholz um das Kernholz absterben und nach und nach ebenfalls zu Kernholz werden, während außen weitere Schichten von Splintholz entstehen.

Splintholz ist weicher als Kernholz und hat eine geringere Dichte und höheren Gehalt an Feuchtigkeit, demnach ist es nicht so stabil wie Kernholz. Das Splintholz kann bei einigen Djembés als hellerer Bereich an den Seiten der Trommel (jeweils an den breitesten Stellen) gut erkannt werden.

Die wertvollsten Djembés sind komplett aus Kernholz gefertigt. Jedoch haben sehr viele Djembés Bereiche aus Splintholz. Dies ist kein Mangel und kann sehr hübsch aussehen und dem Design der Djembé etwas interessantes geben.
Bei einer Djembé mit Splintholz sind diese Stellen am oberen Teil der Djembé zu finden wo der Durchmesser am größten ist.
Schaut die Stellen aus Splintholz, insbesondere die Breite und Tiefe der Stellen genauer an und betrachtet auch das Innere des Korpus. Die Stelle aus Splintholz ist im Inneren möglicherweise nicht zu sehen oder wesentlich kleiner als von außen. In diesen Fällen muss man sich keine Sorgen machen.
Falls das Splintholz durch die gesamte Wandstärke geht und von innen in voller Größe zu sehen ist, sind Splintholzstellen bis zu einer Größe von ca. 20 cm im Durchmesser ebenfalls kein Problem.
Jedoch sollte man vorsichtig sein wenn der größte Teil des oberen Korpus aus Splintholz besteht, welches durch die komplette Dicke der Wand reicht. Insbesondere bei dünnwandigen Djembés kann das die Stabilität beeinflussen. Nach mehreren Jahren können Risse im Splintholz entstehen und in Extremfällen kann der Korpus unter der Belastung der Fellspannung brechen.

Kontrolliert das Splintholz auf Schäden von Holzschädlingen. Viele Schädlinge bevorzugen das weichere Splintholz, daher sind Schäden durch Holzschädlinge an diesen Stellen wahrscheinlicher.

Wie wichtig ist das Holz tatsächlich?


Neben dem Einfluss des Holzes auf den Klang der Djembé gibt es noch andere wichtige Faktoren, wie zum Beispiel Art und Dicke des Fells, Stimmung des Fells, Forum und Proportionen des Korpus und allem voran die Spieltechnik.
Das alles heisst unterm Strich: wenn es darum geht eine Djembé zu wählen, ist ein spezielles Holz wohl das am wenigsten wichtige Auswahlkriterium. In Relation zu allen anderen Faktoren hat die Holzart nicht mehr als ca. 10% Einfluss auf die Klangqualität der Djembé. (Achtung: dies vorausgesetzt die Djembe ist aus einem geeigneten Holz hergestellt!)
Die Holzart hat tatsächlich einen Einfluss auf den Klang, aber dieser ist eher subtil und wird leicht von anderen Faktoren überwältigt.

Was am meisten zählt ist, dass eine Djembé zu einem "spricht". Viele Spieler erzählen davon, wie sie von einer bestimmten Djembé angezogen wurden und sich in sie "verliebt" haben. Vielleicht bevorzugt man auch einen speziellen Stil was die Schnitzereien bzw. das Design betrifft. Solche Dinge sollten nicht ignoriert werden wenn man dabei ist, seine Djembé zu wählen. Es ist wichtig, dass man seine Djembé mag und mit ihr glücklich ist.

Wenn es möglich ist, sollte man eine Djembé aus einem der traditionellen Hölzer oder aus einem Holz mit vergleichbaren Eigenschaften wählen. Ob diese Djembé nun aus Gueni oder Lenke ist, ist nahezu unwichtig auf der Liste der wichtigen Dinge. Wählt man mit seinen Ohren und seinem Herzen, und man wird wahrscheinlich glücklich sein mit seiner Wahl.

zuletzt bearbeitet 07.05.2011 00:42 | nach oben springen

#2

RE: Holzarten

in Djembe kaufen 07.05.2011 00:43
von Fiacha • 165 Beiträge | 827 Punkte

So, Artikel ist jetzt fertig :)

LG
Fiacha

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#3

RE: Holzarten

in Djembe kaufen 09.05.2011 09:34
von Bangaly • 97 Beiträge | 581 Punkte

Hallo Fiacha!

Der Beitrag ist klasse! Endlich mal eine umfangreiche Übersicht.
Was bedeutet die Zahl Nach der Raumdichte?

LG Bangaly

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#4

RE: Holzarten

in Djembe kaufen 09.05.2011 10:15
von Fiacha • 165 Beiträge | 827 Punkte

Das wird "Monnin hardeness" genannt,

dabei wird ein Zylinder mit 30mm Durchmesser 5 Sekunden lang mit einer Kraft von 200daN (1daN = 10N) im rechten Winkel aufs Holz gedrückt.
Die Tiefe die der Zylinder im Holz hinterlässt wird in mm gemessen und die Härte N wird berechnet mit 1/t. Leider finde ich keine Übersetzung zum Begriff "monnin"

LG
Fiacha

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#5

RE: Holzarten

in Djembe kaufen 09.05.2011 10:53
von Bangaly • 97 Beiträge | 581 Punkte

Ok...

Schätze mal, das Monnin evtl. einfach der Name des Physikers, oder des Härteprüfverfahrens ist - vergleichbar mit Vickers oder Brinell (bei Metallen)

LG Bangaly

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#6

RE: Holzarten

in Djembe kaufen 10.09.2011 09:26
von raphael • 628 Beiträge | 6352 Punkte

Hallo Fiacha!

Danke für die ausführliche Beschreibung der zum Djembe-Bau geeignten Holzarten!
Aus der Erfahrung eigener Schnitz-Bearbeitung kann ich jedoch Folgendes hinzufügen:
Härte und Härte ist nicht immer dasselbe.

Ein etwas härteres Holz kann leichter bearbeitbar sein als ein etwas "weicheres".
Wie du weiter oben schon richtig schreibst, handelt es sich bei den vier, fünf härtesten Hölzern um lediglich kleine Unterschiede.

Wenn zur Härte noch die Sprödigkeit dazukommt, wie beim Bush-Mango (Duto, Dugura, Culcul..., das Holz hat viele Namen), dann wird die Bearbeitung schwierig.
Die Senegal/Gambia Djemben sind wohl aus dem Grund innen eher schlampig gebaut. Das Holz ist extrem spröde und verlangt schärfste Messer. Ich habe bislang vier Bushmango-Djemben bearbeitet, alle aus Senegambia, die Mali-Dugura-Djemben sind eindeutig besser ausgeformt.

Djalla und Gbeng (Mahagoni und Palisander) sind deutlich besser bearbeitbar als Bushmango, aber innen, wenn man mit dem Messer rund um das Schallloch das Hirnholz abtragen soll, verzweifelt man ebenfalls leicht.
Deshalb sind dort, wo die Djembe am schwersten zu bearbeiten ist, nämlich am Talgrund des Kessels, die dicksten Wandstärken zu finden, bis zu 6 cm sind keine Seltenheit.
Ich hatte wenige Trommeln in den Händen, die dort nicht wesentlich dicker waren als anderswo.
Zu Lenke: Ich habe eine tiefdunkle Guinea-Djembe aus reinem Kernholz und eine hellere aus Mali.
Die aus Guinea ist hart, war aber gut zu bearbeiten. Die Mali-Djembe war spröder meiner Meinung nach.

Iroko habe ich erst einmal beschnitzt, das lässt sich doch deutlich einfacher formen und es ist leichter, weniger dicht als die oben genannten Hölzer.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael

zuletzt bearbeitet 10.09.2011 09:28 | nach oben springen

#7

RE: Holzarten

in Djembe kaufen 19.12.2011 13:35
von FuriosoBerlin • 4 Beiträge | 13 Punkte

ich habe eine Djemba aus Palisander - Kernholz, sie ist schwer und gut verarbeitet, hat satte Bässe und harte Trockene Slaps. Der Korpus ist aus Burkina Faso, das Fell wurde hier aufgezogen.

Ich verkaufe sie jetzt, da ich ganz auf brasilianische Timba umsteige.

Djembe Konzertklasse

Das wichtigste bei der Holzfrage ist m.E. das das Holz lange genung gelagert und getrocknet ist. Was bei der enormen Nachfrage von guten Djemben weltweit aber schwierig wird......... was nützt mir Lenke wenn der Korpus unter Zeitdruck gefertigt wird.

Palisander wird bei dir gar nicht erwähnt, wie kommts?

Freundliche Grüße aus Berlin

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#8

RE: Holzarten

in Djembe kaufen 06.01.2012 07:55
von raphael • 628 Beiträge | 6352 Punkte

Hallo!

Palisander (Dalbergia) kommt sehr wohl vor, nichts anderes als Palisander ist schließlich Hari oder Gueni (Balafon wood).
Ich kenne das Holz auch unter dem Namen "Gbeng", so heißt es nämlich in Guinea.
Es ist sehr hart und klingt "trockener" als z.B. Lenke.


Grüße Raphael

zuletzt bearbeitet 06.01.2012 07:57 | nach oben springen

#9

RE: Holzarten

in Djembe kaufen 08.02.2012 16:11
von raphael • 628 Beiträge | 6352 Punkte

Hallo Fiacha!

Ich bin bei Gele zum Schluss gekommen, dass es nicht Prosopis Africana sein kann, sondern eher eine Rosenholzart, nämlich Pterocarpus Soyauxii. Weshalb?

1. Der Name "Gele" wird auch "Guele" geschrieben, "Gbelen", eine Bezeichnung für ein gleich aussehendes Holz ist davon sprachlich nicht weit, "Gbilling" ist wieder ein bekannter westafrikanischer Ausdruck --- in Guinea, glaube ich --- für eine Rosenholzart (Pterocarpus).
Nun gibt es vom Rosenholz aber sehr viele Unterarten, wovon eine rot-schwarz-braun ist, nämlich Pterocarpus soyauxii.
Googelt das, es kommt in vielen Varianten und Bildern vor.

Gibt man jedoch "Prosopis africana" ein, kommt bei Bildern so gut wie gar nichts, außer einem eher blassbraunen Holz und eben jener völlig anders aussehenden Djembe, die auch hier oben als "Gele" abgebildet ist.

2. Ich habe eine Rosenholzdjembe bearbeitet und möchte nun ein Photo von der zweiten, noch unbehandelten Djembe einstellen.
http://imageshack.us/photo/my-images/72/...zdjembe001.jpg/

Das Holz ist sehr dunkel, zwar eher grobschlächtig bearbeitet, aber mit weniger Ausbesserungen als bei der letzten Djembe aus einem Nebenthread. Ich freue mich auf die Arbeit mit dem edlen, harten und sehr schweren Klangholz und meine, dass es wohl das gleiche ist, wie das der schönen Mali -Gele - Djembe vom obigen Bild.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael

PS: Von Djalla unterscheidet sich das Holz im Licht doch deutlich.

zuletzt bearbeitet 08.02.2012 16:19 | nach oben springen

#10

RE: Holzarten

in Djembe kaufen 14.03.2013 15:15
von Fivefifty • 7 Beiträge | 75 Punkte

Hallo Freunde des gepflegten Djembeklangs,

ich weiß ja nicht woher Djembefola.com seine Informationen über die Holzarten bezogen hat, - aber meiner Ansicht hat von der Ursprungsquelle bis zur Veröffentlichung bei obiger Webside eine Verwechselung stattgefunden.
Das erste Bild ist der Farbe nach eindeutig eine Mahagonydjembe und das zweite eine Lenkedjembe.
Wie Raphael schon bemerkt hat stammen Gele und Gueni aus der gleichen Familie, nämlich der der Rosenholzarten und die werden unter Fachleuten meist der einfachheithalber Palisander oder Rosenholz genannt. Es variiert in der Farbe von hellbraun-beige mit dunkleren braunen Streifen bis hin zu tiefem Purpurrotviolett bis fast schwarz oder bei Rio-Palisander mittleren Rotbraun mit schwarzen Streifen und einem farblich wunderschön kontrastierenden Splintholz in sattem Gelb.
Von jedem der obengenannten Hölzer gibt es viele enge Verwandte, die sich nur leicht von ihrer Struktur oder auch stark von der Farbe her unterscheiden. Ganz eindeutig läßt sich eine Holzart nur vom dem dafür ausgebildeten Fachmann mithilfe eines guten Mikroskops und unter der Berücksichtigung anderer wichtiger Merkmale wie Früchte,Blattform etc.bestimmen.
Die Farbe und Härte unterscheidet sich innerhalb einer Holzart auch deswegen so stark,weil die Bäume durch ihren inneren Wassertransport und das Zellwachstum eine Vielzahl an Mineralien und Metallverbindungen aus dem Boden aufnehmen. Deshalb auch der enorme Farbunterschied von Weiß (Keiner weiß wie das weiße Holz der Djembe meines Lehrers heißt, es ist auf jeden Fall extrem selten, hart,dicht und sehr leicht) bis Schwarz bei Ebenholz. Die Metallverbindungen oxidieren mit der Zeit durch den Luftsauerstoff oder gehen Verbindungen mit anderen in der Luft befindlichen Komponenten wie Stickstoff, Schwefelwasserstoff etc. ein und färben die meisten Hölzer dunkler. So kann aus dem frisch geschlagenen grünstichigen Hellgelb einer Irokodjembe ein dunkles Rotbraun oder Braun entstehen.
Unter dem Oberbegriff Mahagony sind dem verarbeitenden Handwerk allein mehrere Arten bekannt, - wo da wären echtes Mahagony, Sipo-, Sapeli-Mahagony oder auch wieder ein bißchen anders strukturiert Makore`und einige andere.
Die verschiedensten regionalen Stammesbezeichnungen bringen dann noch zusätzlich Verwirrung in die Bestimmung einer Holzart.
Auch percussion-africaine.com passiert schon mal eine Falschbezeichnung, - aber im Großen und Ganzen liegen sie bei der Bestimmung richtig und zumindest die Farbbestimmung der Hölzer kann hier http://www.percussion-africaine.com/-dje...p-djembe-malien- überprüft werden. Schade, das die Qualität der Bilder im Gegensatz zu percussion-africaine.net so stark nachgelassen hat und die Struktur der Hölzer nicht mehr so gut erkennbar ist wie früher.

Das Hochladen eines Fotos meiner Lenke-Djembe zum Vergleich mit der oben abgebildeten hat leider nicht geklappt.
Wäre für einen Tip diesbezüglich dankbar.

Ich hoffe ich konnte ein bißchen zur Entwirrung beitragen.

P.S.: @ Raphael: An der Bruchfläche bei manchen Rosenholzarten, besonders bei Rio-Palisander kann man oft mit bloßem Auge die
glänzenden Mineraleinschlüsse erkennen die die Werkzeuge so schnell stumpf machen. Die Amis verwenden fürs Grobe Carverscheiben für die Flex. So ne Art Sägeblatt mit Tiefenbegrenzung wie beim Längsschnittblatt für Vollholz. Damit müßte das Abtragen im Inneren recht zügig vonstatten gehen, und man kann bei entstprechender Schärfe des Blatts dann diagonal mit der Faser arbeiten.

Herzlichen Gruß,Fivefifty

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#11

RE: Holzarten

in Djembe kaufen 14.03.2013 16:53
von raphael • 628 Beiträge | 6352 Punkte

Hallo!

Danke für die Aufklärung! Ich bin mir bei Guele nicht sicher, ob es nicht doch Prosopis africana ist und kein Rosenholz.
Wie auch immer, es ist ein saugutes Holz, im Einkauf teurer als Lenke.

Grüße Raphael

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#12

RE: Holzarten

in Djembe kaufen 16.03.2013 14:01
von Fivefifty • 7 Beiträge | 75 Punkte

Hallo Raphael,

möglicherweise hat du Recht mit Prosopis Africana. Soll zum Stamm der Mimosen und nicht dem der Dalbergia (Rosenholz/Palisander) gehören. Und laut dieser Trivialnamen-Datenbank: http://www.issg.org/database/species/ecology.asp?fr=1&si=433 im Senegal "Dakkar Toubab"und in Mali "Gaudi Makka" genannt werden. Das Holz ist mir bisher, wahrscheinlich weils so selten ist, noch nicht begegnet und im meinem Holzbestimmungsordner mit 146 Furnierblättern a 10x20 cm nicht zu finden.
Rosenholz heißt übrigens so, weil der Geruch mancher Arten an den Duft von Rosen erinnert.
Ich persönlich finde ja den Duft von frisch geschliffenem Rio-Palisander unwiderstehlich (ähnlich wie Rose+Vanille) und so einzigartig wie z.B. der von Moschus oder der von Patchouli. Leider verfliegt er auch sehr schnell,was darauf schließen läßt,das es sich um ätherische Öle handelt.
Den zu extrahieren wär ne lohnende Aufgabe für Pafumeur Grenouille aus dem Roman "Das Parfum".
Ich würds kaufen.

Ist schon schwierig mit der Bestimmung bei der Vielzahl an Holzarten. Hab hier noch ein Brettchen von 27x15x3 cm liegen, das ein unglaubliches Gewicht hat und sich trotz extremer Dichte mit scharfen Stecheisen sauber stechen läßt. Ähnlich strukturiert und bearbeitbar wie Lenke aber ca. 40% schwerer als das.
Der Splint ist außen bei der Rinde hellorange und zum Kernholz hin hellrosa. Das Kernholz am Brett ist nur ein schmaler tiefbrauner Streifen. Seltsamerweise sind Splint- und Kernholz gleich hart.

Übrigens wie weit bist du denn mit deiner Rosenholzdjembe. Gibt es schon Fotos.

Gruß aus dem Westen,Fivefifty.

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#13

RE: Holzarten

in Djembe kaufen 20.07.2013 14:28
von raphael • 628 Beiträge | 6352 Punkte

Hallo!

Das ist eine der fünf Djemben, die ich aus dem Holz bearbeitet habe, drei sind mir geblieben.
Ich hüte sie, wie meine Augäpfel.

Das Holz ist dicht und schwer und tief dunkelrot geworden.



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Bevor das Holz in wenigen Tagen nachdunkelt, ist es unmittelbar nach der Ölung heller.



Uploaded with ImageShack.us

Mit freundlichen Grüßen
Raphael

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