#1

Cajon? Jo oder no?

in Cajon 03.03.2019 22:12
von Fiacha • 183 Beiträge | 1052 Punkte

Hallo :)

ich bin gerade auf dem Trip, mich percussionmäßig etwas zu erweitern. Cajon würde mich echt reizen, hab das aber noch nie ausprobiert. Ich trommel eh auf allem möglichen rum, ich schätze, ich würde auch damit klar kommen - aber wie ist es denn.... so von eurer Einschätzung her? Schwer?

Und... ähm.... sind die Dinger wirklich stabil? 90-100 Kilo?

Habt ihr einen Tipp, nicht zu teuer und ok zum "draußen mit dabei haben" so für den Einstieg?

Edit: Ergänzende Frage zu den Travel Cajons..... von der Größe her interessant, aber wenn ich die in Videos höre.... da bekomme ich ja aus jedem Mülleimer mehr Sound. Klingen die live anständig oder ist das Geldverschwendung?

LG
Fiacha

zuletzt bearbeitet 03.03.2019 22:23 | nach oben springen

#2

RE: Cajon? Jo oder no?

in Cajon 04.03.2019 08:51
von Erny • 115 Beiträge | 1230 Punkte

Hi Fiacha,

denke, dass Cajonspielen nicht leichter oder schwerer ist als andere Percussion-Instrumente. Die Spiel- und Handhaltung ist natürlich anders als z.B. bei der Djembe, die Grundschläge ähnlich, aber es gibt auch spezielle Fingertechniken, die erst gelernt werden wollen. So gesehen vereint das Cajon verschiedene Anschlagtechniken in einem Instrument. Ein Kurs kann nicht schaden ;-)

Bezüglich der Stabilität muss man sich keine Sorgen machen, der Korpus ist gut verleimt und nur die vorn aufgesetzte Schlagplatte ist wirklich dünn und leistet daher fast keinen Beitrag zur Festigkeit.

Meine Empfehlung wäre ein Selbstbau-Cajon, z.B. der Firma "SELA". Mit etwas Zeit und handwerklichem Geschick lässt sich ein vernünftig klingendes Cajon aus perfekt vorgefertigten Teilen gut zusammenschrauben. Mein Rat geht zum Cajon mit abstell- oder herausnehmbarem Snare-Teppich, das erhöht einfach die klanglichen Möglichkeiten. Ich denke, dass sich bei einem Selbstbau die Kosten für die "Kiste" auf die Hälfte oder zwei Drittel gegenüber einem Fertigprodukt bei gleicher Qualität reduzieren.
Ich habe z.B. dieses hier.

Dabei sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass die Höhe des Cajons zur Körpergröße passt, sonst sind Rückenschmerzen bei nach hinten gekippten Cajon mit leicht nach vorne geneigtem Oberkörper, also der Spielhaltung, vorprogrammiert!

Was das Spielen im Freien angeht, würde ich auf alle Fälle zu einer geeigneten Unterlage raten, denn die Gummifüßchen bohren sich mühelos in jeden weichen Untergrund und dann kommt das Holz direkt mit dem Untergrund in Berührung, was sicher nicht so gut ist. Ich denke da an eine dünne Isomatte oder Ähnliches, das müsste getestet werden.
Dienlich ist vielleicht auch noch der Hinweis, dass auch das Cajon im Freien gerne eine schallharte Reflektionsfläche im Hintergrund hat, damit es seine Klangeigenschaften, insbesondere den Bass, voll zur Geltung bringen kann.

Zum Thema Travel-Cajon kann ich keine Aussage machen. Bei den Videos muss man aber bei der klanglichen Beurteilung aufpassen sehr, denn wenn der Ton parallel zum Video nicht mit einem wirklich guten Recorder aufgenommen wird, dann klingt er oft "unterirdisch". Der Grund: Viele Kameras haben qualitativ eine deutlich bessere Videotechnik als Audiotechnik verbaut.

Ansonsten ist natürlich Stefan der Cajon-Meister hier im Forum, sicher wird er sich auch noch zu Wort melden.

Als dann, viel Spaß bei Suche und Auswahl des neuen "Spielzeugs".

Gruß...
...Erny

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#3

RE: Cajon? Jo oder no?

in Cajon 04.03.2019 19:06
von Stefan • 270 Beiträge | 2646 Punkte

Hallo und guten Abend,

oh Cajon-Meister, danke für die Blumen ;-)
Aber stimmt schon das ich mich seit 1-2 Jahren recht intensiv mit dem Cajon beschäftige. Vieles hat Erny ja schon geschrieben und dem stimm ich zu.
Aber auf jeden Fall empfehle ich ein paar Workshops und auch mal ein paar Stunden bei einem professionellen Lehrer zu nehmen. Das vermeidet gerade am Anfang Haltungsfehler und Schlagfehler die sich im Lauf der Zeit erst bemerkbar machen. Ob es mit Schmerzen oder mit das man nicht auf Geschwindigkeit kommt, ein paar Tricks und Kniffe gibt es da ja auch.

Gut finde ich immer WS mit Leuten die das seit Jahren machen und Profis sind, die machen auch immer Anfänger und Fortgeschrittene Kurse / WS und wenn wie Du ja Schlagerfahrung hast bist du gleich bei den Fortgeschrittenen.

Ich habe einige WS bei Conny Sommer gemacht der ist immer für Schlagwerk in verschiedenen Musikhäusern unterwegs. Es gibt aber noch einige anderen top Leute wie zB. Marc Collazo (denn kenn ich auch), Martin Röttger, Jürgen Schuld, Hakim Ludin (auch ein ganz besonderer Percussionist, bei dem hab ich im April einen WS... freue nicht total).

Unterschied ist bei den meisten Lehrern von "wo" sie kommen. Ob aus dem Percussionbereich, Conga oder Schlagzeug und da hat jeder so sein Kniffe... sehr interessant. Mein Lehrer zZ kommt vom Schlagzeug der bringt mir bei es aus der Richtung rüber.

Wenn es ein fertiges Cajon sein soll dann würde ich eines mit Saiten bevorzugen. Die Spanier sind das Meister drin.

Buchempfehlungen hätte ich bei Bedarf auch noch auf Lager ;-)

Einfach fragen (ich hab auch kein Problem mal zu telefonieren oder den Foren Chat zu nutzen)

Gruß Stefan

zuletzt bearbeitet 04.03.2019 19:31 | nach oben springen


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