#1

Soloaufbau

in Rhythmen 19.04.2011 11:19
von morgane (gelöscht)
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Hallo Trommelfreunde,

wie schon erwähnt - ich möchte mein Solospiel verbessern und vielleicht viele andere auch.
Es gibt bestimmt viele Grundmuster, um ein Solo aufzubauen. Habe auch schon mal was von großen und kleinen Spannungsbögen gehört.

Welche Tips habt Ihr, wie man ein Solo am besten gestaltet? Gibts vielleicht passende Literatur? Workshops? Ich finde es sollte halt sehr spannend klingen. Gelernte Soloelemente sind da zwar eine gute Basis, aber die alleinige Aneinanderreihung von traditionellen Solophrasen finde ich ganz schön langweilig.

An alle phantasievollen Solierer: Wie habt Ihr das gelernt?

Das ist ein Thema an dem ich echt feststecke. Für Tips wäre ich wirklich dankbar.

LG
Morgane

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#2

RE: Soloaufbau

in Rhythmen 19.04.2011 11:27
von jambo (gelöscht)
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Ich nehme mir gerne eine Solophrase und fange an, sie zu variieren. Einzelne Schläge können z.B. durch Triolen ersetzt werden, Pausen kann man ausfüllen, neue Pausen setzen, Slaps und Opens austauschen, Bassschläge setzen... So entsteht mit der Zeit aus einer einzigen Phrase eine ganze Abfolge von Variationen, die zueinander passen und beliebig kombiniert und erweitert werden können.

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#3

RE: Soloaufbau

in Rhythmen 06.11.2012 00:39
von Fankani (gelöscht)
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Es gibt ein paar Grundregeln und Elemente, an die man sich beim Solospiel halten kann:

1. Start- und Endpunkte für Solophrasen
Solophrasen beginnen nicht immer auf der Eins. Wer immer auf der Eins beginnt, klingt "deutsch".
Der 4. und 7 Puls innerghalb eines 16/8 Rhythmus sind z.B. in Westafrika typische Punkte für den Beginn einer Solophrase.
Die Glockenfiguren bzw. die Punkte der Clave(x..x..x...x.x...) sind ein guter Wegweiser.

2. Reihen
Reihen sind Wiederholungen von kurzen Phrasen/Figuren im Beat-Raster des Taktes.
Reihen sind sehr eingängig und leicht verständlich ("Mitklatsch-Effekt"),
können aber bei übermäßigem Gebrauch auch langweilig werden.

3. Verschiebungen
Durch Wiederholung von Phrasen, die nicht in das Taktraster passen, entstehen Verschiebungen.
Beispielsweise kann man Phrasen aus ternären Rhythmen über einen binären Rhythmus spielen.
Verschiebungen klingen besonders interessant, strengen den Zuhörer (und die Begleitband) aber auch besonders an.
Deshalb sollte man sie sparsam verwenden.

4. Verdichtungen (Roulements/Wirbel)
Durch Verdopplung/verdreifachung/Vervierfachung der Schlagzahl kann man Figuren variieren und die Intensität steigern.
Die einfachste, wichtigste und häufigste Form der Verdichtung ist ein Triplet (Dreier-Wirbel).
Triplets können entweder "breit" als Triole oder "eng" als 16tel Figur gespielt werden.
Triplets haben eine "unangenehme" Begleiterscheinung: sie kehren den Handsatz um.
Man muss entweder zwei Triplets spielen oder das Triplet mit links beginnen, um anschliessend wieder auf der rechten Hand zu landen.
Man sollte deshalb viel Übungszeit investieren, um Triplets jederzeit sowohl mit links als auch mit rechts spielen zu können.

5. Umkehrung
Durch Vertauschen von Tones und Slaps kann man auf einfache Weise eine Figur variieren.

6. Versetzung
Durch Versetzen des Startpunktes einer Phrase(um 1,2 oder 3 Pulse) verändert eine Phrase ihre Wirkung.
Häufig werden Djembe-Begleitrhythmen vom Solisten aufgegriffen und versetzt gespielt.
Ein Beispiel: der Begleitrhythmus
S..SS.TT wird um zwei Pulse versetzt so gespielt:
TTS..SS.

7. Wiederholung
Durch Wiederholung gewinnt eine Phrase an Eingängigkeit und verliert ihren zufäligen, improvisierten Charakter.
Der Zuhörer bemerkt durch die Wiederholung, dass der Vortrag des Solisten kein Resultat des puren Zufalls ist.

8. "Gassenhauer"
Es gibt rhythmische Figuren mit einem besonders hohen Wiedererkennungswert.
Solche "Gassenhauer" sind die Krönung eines guten Solos.
Manche dieser Figuren passen immer, manche sind nur in bestimmten Rhythmen oder Rhythmusfamilien angebracht.

Ein gutes Solo zeichnet sich dadurch aus, das alle obengenannten Elemente gut kombiniert werden.
Schlecht ist ein Solo, wenn eines dieser Elemente im Übermaß verwendet wird.
Es gibt z.B. nichts gruseligeres als ein Solo, in dem von Anfang bis Ende "gewirbelt" wird.
Da kann der Solist noch so "virtuos" sein, dem Solo fehlt es dann an Abwechslung und Dynamik.

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