#1

Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 07.07.2017 19:56
von bellamy • 33 Beiträge | 350 Punkte

Hallo liebe Foris,

ich habe von einer Freundin eine Djembe mit gerissenem Fell bekommen, die ich mit Hilfe meines Mannes wieder herrichten wollte.
Wir haben ein neues afrik. Fell gekauft und den Korpus hergerichtet, d.h., einen Riss im Fuß wieder zugemacht und die Schlagkante geschliffen. Soweit, so gut.
Aber, sie klingt scheußlich, wenn ich das mit meiner eigenen Djembe vergleiche.
Welches Holz das genau ist, vermag ich nicht zu sagen, aber mir ist aufgefallen, daß der Korpus total anders aussieht, als bei meiner. Bedeutet: Der Kessel hat einen größeren Durchmesser, und der Durchgang zum Fuß ist viel größer, als bei meiner Djembe.
Frage:
Liegt es am Korpus , daß die Djembe so komisch dröhnt und nachhallt, und daß trockene Slaps und Tones so gut wie garnicht möglich sind?
Wir können sie nachspannen, wie wir wollen, aber sie klingt immer noch doof.

Kann man, und wenn ja wie, den Durchgang zum Fuß verkleinern und würde das am Sound was positiv verändern? '

Schonmal vorab ein Dankeschön an die Experten hier.

Sonnige Grüße aus La Palma

Gabi

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#2

RE: Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 09.07.2017 14:23
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo Gabi!

Bilder wären hilfreich, so kann ich nur allgemein raten. Dass der Durchlass zu groß ist, beinflusst nur den Bass, aber nicht den Ton oder die Slaps. Je größer der Durchgang, desto weniger tief reicht der Bass hinab. Ich habe das Problem bei einer Lenke-Djembe und überlege, was ich da tun könnte. Einfach ist es nicht, machbar ist es schon.
Die Frage ist nur, ob sich bei deiner Djembe der Aufwand lohnt, denn wie weiter oben schon erwähnt, hat das mit der Spannung des Fells nichts zu tun.
Ich vermute mal, dass ihr zu wenig Grundspannung auf dem Fell habt, das heißt, die Vertikalschnüre gehören neu gespannt und zwar mit einem ordentlichen Hebel, mit dem man Kraft anwenden kann. Dann erst erfolgt das Feintuning mit der Horizontalknotung.
Das Dröhnen und blecherne Nachhallen muss nicht sein, zumindest nicht in dem Ausmaß.
Das Spannen ist schon mühsam, nur von Hand allein ist zu wenig.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael

zuletzt bearbeitet 09.07.2017 14:24 | nach oben springen

#3

RE: Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 21.07.2017 19:15
von bellamy • 33 Beiträge | 350 Punkte

Erst einmal vielen Dank Raphael für Deine Antwort. Ich sehe diese erst jetzt, weil ich leider keine Email-Benachrichtung erhalten habe, auf die ich die ganze gewartet hatte .
Habe dann jetzt mal ein paar Fotos gemacht, in der Hoffnung, daß man sieht, was ich meine. Die ganz dunkle Trommel ist also das Problemkind mit dem bauchigen Kessel und der , meiner Meinung nach, zu großen Öffnung zum Fuß hin.
Zum Vergleich mal meine Trommel daneben. Deren Durchmesser ist etwas kleiner, dafür aber der Kessel höher und das Schalloch zum Fuß wesentlich kleiner.

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#4

RE: Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 22.07.2017 09:31
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo!

Ja, der Durchmesser ist schon gewaltig! Außerdem unsauber gearbeitet, ich vermute mal, da hat der Trommelbauer beim Durchstechen vom Kessel zum Fuß gepatzt. Sowas habe ich schon öfters erlebt. Ich habe einige Versuche unternommen, um den Durchlass künstlich zu verkleinern.
Eine Methode war, eine zylindrische Glasflasche in die Öffnung zu stellen, sie von unten zu fixieren, indem man etwas Passendes darunterstellt und den Spalt mit einer Masse aus Holzspänen (Sägespäne sind sehr geeignet) und ganz normalem weißen Tischlerleim aufzufüllen. Das habe ich schichtweise getan, immer wieder die Pampe fest angedrückt, bis ungefähr 7cm Höhe erreicht waren. Dann die Sache mehrere Wochen ruhen lassen. Da die Füllung schwindet, kann man die Glasflasche durch Drehen links und rechts leicht entfernen.
Danach bearbeitete ich die Füllung so, dass sich nach unten ein Verlauf zur Fußwand ergab, oben schliff ich auch alles sehr sauber.
Wenn man will, kann man jetzt auch innen beizen, um den Einpass farblich anzugleichen. Durch mehrmaliges Lackieren der Verengung und anschließendes Schleifen ergeben sich glatte Flächen. Nachteil: lange Wartezeit.
Ich habe auch Versuche gemacht mit 2K-Knetmasse, Vorteil: es geht schnell, Nachteil: teuer.
Man könnte auch einen Holzzylinder einkleben und die Spalten mit Epoxydharz ausgießen.
Oder man abeitet den Holzzylinder und den Durchlass so genau, dass man ihn mit normalem Leim einkleben kann, das wäre die eleganteste, aber auch arbeitsintensivste Lösung.
Einen künstlichen Holzzylinder habe ich aber auch schon gemacht, nicht als Verengung zwar, sondern als Fuß einer von mir gebauten Trommel, aber im Prinzip ist das dasselbe. Man kann den Zylinder vertikal oder horizontal aufbauen.
Ich habe die vertikale Lösung bevorzugt, obwohl sie große Genauigkeit erfordert. Man muss eine Kreiszeichnung auf Papier machen mit der gewünschten Stärke des Zylinders. Der Kreis wird unterteilt in z.B. vierzehn Teile, die zum Mittelpunkt verlängert, genau die Querschnitsform der Holzstäbe zeigen. Dann braucht man eine präzise Kreissäge, die so verstellbar ist, dass man jedes Stäbchen im richtigen Winkel zuschneidet.
Hat man die vierzehn Winkelstäbe, breitet man ein längeres Klebeband aus, eines oben, eines unten, legt die Stäbe eng aneinander drauf, leimt die Winkelflächen ein und macht die Rolle zu. Zusammendrehen mit Schnur und Knebel, schleifen und fertig ist ein Zylinder.
Horizontal kann man auch mit der Laub- oder Stichsäge arbeiten, man schneidet eine Schicht nach der anderen aus und leimt sie aufeinander. Sperrholz ist dazu sehr geeignet.
Natürlich muss man für diese Arbeit das Fell wieder entfernen.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen
Raphael

zuletzt bearbeitet 22.07.2017 09:37 | nach oben springen

#5

RE: Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 22.07.2017 09:55
von bellamy • 33 Beiträge | 350 Punkte

Super Raphael,
ganz lieben Dank. Hast mir sehr geholfen !!!!

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#6

RE: Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 25.09.2017 13:16
von RuffnJungle • 31 Beiträge | 316 Punkte

Hallo,

also ich würde nicht unbedingt zu einer Schalllochverengung raten, eher zum starken Hochspannen.
Dazu sind Djembés mit großem Durchlass sehr gut für sehr dicke Ziegenfelle und auch für Kalbsfelle geeignet,
wenn die Wandstärke es zulässt, ansonsten kann es zu Verformungen kommen.
Also ich würde raten, erst einmal knackig hoch zu spannen, dann testen, ob der Klang genügt.
Falls nicht, dann dickere Felle verwenden, wenn der Korpus geeignet ist.
Dazu niemals vergessen, die Stahlringe, 8mm bei sehr dicken Fellen sind ratsam.
Diese dürfen nicht zu weit sein, aber auch nicht zu eng anliegen.
Ansonsten, gib mir mal die Daten/Maße der Djembé, dann kann man bestimmt etwas besser helfen.

LG Dirk

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#7

RE: Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 22.10.2017 10:11
von Pfefferminza • 4 Beiträge | 40 Punkte

Hallo Gaby und die anderen,

ich hoffe es ist ok für dich, wenn ich mich deinem Beitrag anschließe. Ich habe nämlich in etwa das selbe Problem.

Ich würde dazu grundsätzlich gerne wissen, welchen Hauptgrund die Klang Unterschiede haben, Holzart, Bauform?

Wir haben mehrere Djemben.

Meine Kleine (Rechts im Bild) ist eine Weichholzdjembe mit Elefantenschnitzerei, so wie ich es dem Internet entnehme, wird das eine der günstigen Ghana Tweneboahholz Djemben sein. 30cm Fell Durchmesser, 65 cm hoch

Die meines Mannes ist aus Mahaghoni (links im Bild) aus Gambia mitgebracht. Fell 31cm, 69cm hoch.

Dann habe ich noch eine große Djembe, Fell 35cm, 70hoch, die mittlere im Bild.
Die ist aus einem sehr harten, roten Holz, welches auch lecker würzig riecht. Sie hat auch diese typische Bauform der oben im Usprungsthread gezeigten Trommel, also der eher auch oben breite Fuß mit relativ großem Schalloch.

Da das dünne Fell darauf einen Riss hatte, habe ich ein neues aufgezogen, ein mittleres Ziegen Fell. Nun klingt diese Djembe total blechern, slap und Ton kann man schwer unterscheiden. Es hört sich an, als wenn mehrere Töne gleichzeitig schwingen und hallt auch nach. Das "hallige" hatte die Djembe mit dem Original Fell auch schon, allerdings hatte die damit auch einen Bass, der die Gläser im Wohnzimmer Schrank zum Beben brachte.
Der Bass ist jetzt mit dem neuen eher hoch, viel höher als ich bei so einer großen Trommel erwarten würde. Gespannt habe ich jetzt schon so fest es ging.

Interessanter Weise hat von den drei Trommeln die kleine Weichholz Djembe in meinen Ohren den besten Klang. Der Bass ist sehr satt und tief (dominant zu hören in einer Trommel Gruppe mit wesentlich hochwertigeren Trommeln) , Slap und Ton für mich als Anfänger gut differenzierbar. Dabei heißt es doch, diese Trommeln seien nur schlechte Massenware?

Wir haben auch noch eine ganz schlichte 25cm Weichholz Djembe, so zum mal schnell mitnehmen. Selbst die hat einen satteren Bass als die dicke Tumm.
Deshalb scheint es ja an der Größe der Trommel nicht unbedingt zu liegen, ob sie einen guten Bass hat?

Ich hatte eigentlich gehofft, mit einem dickeren Fell aus der großen Trommel einen tieferen, dumpferen Bass zu bekommen. Erst wollte ich sogar die Haare drauf lassen, wie bei einer Bougarabou.. Habe sie dann aber doch rasiert. Einfach weil das meine erste Bespannung war und ich alles üben wollte.

Oben sagst ihr ja, die dicken Djemben seien gut für dickere Felle geeignet.
Könnte es helfen, eine Kuh drauf zu spannen? Oder Hirsch, das hätte ich evtl. verfügbar.

http://www.directupload.net/file/d/4883/mlkv2cta_jpg.htm

freundliche Grüße, Pfefferminza.

zuletzt bearbeitet 22.10.2017 10:39 | nach oben springen

#8

RE: Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 22.10.2017 13:52
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo!

Wenn die große Djembe mit einem dünnen Fell im Bass gut geklungen hat, sollte sie auch mit einem mittleren Fell gut klingen. Der Bass ist sehr davon abhängig, wie man die Trommel hält, ich habe eine, die klingt erst im Bass stark, wenn ich sie ca. 20 cm hochhebe, im Sitzend-Spielen ist der Tiefton eher kümmerlich. Wenn eine Djembe blechern klingt, ist sie meist höher zu stimmen, so meine Erfahrung, dann sind auch Tone und Slap besser zu differenzieren.
Mit einem Rinderfell bekommst du eine ganz andere Klangcharakteristik, eher in Richtung Conga, das gleiche, wenn auch in vermindertem Maße, gilt auch fürs Hirschfell.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael

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#9

RE: Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 22.10.2017 14:47
von Pfefferminza • 4 Beiträge | 40 Punkte

Danke Raphael,

Das würde ich gerne versuchen, aber ich hatte schon versuchsweise zwecks höherer Spannung die komplette Schnürung nochmal aufgemacht und mit einem Hebel und Gripzange nachgezogen.. Dann nochmal rundum, so wie es jetzt auf dem Foto ist.. Also ich bin zwar eine Frau, aber man kann jetzt schon nur noch mit Zange ziehen, so fest ist das, glaube da geht nix mehr an Spannung.

Liebe Grüße 😊

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#10

RE: Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 23.10.2017 14:45
von merkaba • 316 Beiträge | 3300 Punkte

Hallo Pfefferminze,
bei der mittleren Djembe ist aus folgenden Gründen ein knackiges Hochspannen nicht möglich: Durch die obere Tieflage der Ringe, ist der Felldurchmesser quasi (um die Ecke gemessen) auf deutlich über 40cm gewachsen. Das macht schon ein Hochspannen schwierig. Die Trommel wird vermutlich lange nicht dauerhaft die Spannung halten. Das kann viele Wochen mit wiederholten Nachspannen dauern, bis sich die Spannung und die Stimmung stabilisiert. Oft ist der Klang mit der Zeit etwas runder, wenn sich das Fell nach dem Spannen gesetzt hat. Bei deiner Djembe wirst du auf Dauer mit viel Klangfarbe und etwas tieferen Klang leben müssen. Also eher was für den meditativen Trommelstil. Du musst dich im Spielstil dem Geist der Trommel anpassen ;-)
PS: Problematisch sehe ich die etwas zu großen Abstände der Längsschnüre. Mit mehr Knoten auf den Ringen lässt sich die Djembe leichter hochspannen. Würde ich an deiner Stelle bei der nächsten Bespannung berücksichtigen....
Liebe Grüße
Robert

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#11

RE: Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 23.10.2017 17:18
von merkaba • 316 Beiträge | 3300 Punkte

Als Nachtrag: Wenn die Trommel schief klingt, kann das auch daran liegen dass die Trommeloberkante nicht plan ist. Du musst als Perfektionist eigentlich alle Trommeln afrikanischen Ursprungs vor dem Aufziehen eines neuen Felles begradigen und glätten, was etwas handwerkliche Fähigkeiten in der Holzbearbeitung erfordert. (Raphael ist da unser Experte.) - Dann muss das Fell noch gleichmäßig aufgezogen werden, was am Anfang nicht immer gelingt... -
Eine plane Felloberfläche dämpft die unerwünschten Obertöne.
Die Obertöne werden auch beim Hochspannen reduziert. Eine gewisse Spannung ist notwendig, um Ton und Slap unterscheidbar zu machen. Wird sehr stark hochgespannt schwindet irgendwann der Bass und wird dünn. Weil Bass oft überbewertet wird und draußen oft nicht so gut gehört wird, gibts ja diese Rasselbleche.... die dann wenigstens beim Bass spielen etwas rasseln, was dann auf jeden Fall zu hören ist... ;-)

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#12

RE: Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 23.10.2017 17:53
von merkaba • 316 Beiträge | 3300 Punkte

Noch ein Nachtrag: Ich bin selbst auch ein Fan von tiefgezogenen Ringen und möchte da noch auf eine Tücke hinweisen... Bei sehr tief gelegten Ringen und dicken Fell und hoher Fellspannung kann es passieren, dass sich der Korpus oben aufgrund der Zugkräfte verformt. Dann ist nach einiger Zeit (Wochen, Monate oder Jahre) eine ursprünglich gerade Trommel schief (eine Seite ca 2cm höher als die andere). Das ist mir mit einer hocgwertigen Djembe passiert... - Sitzen die Ringe höher und sind nicht zu weit, haben dagegen die Ringe einen stabilisierenden Effekt auf den Korpus. Bei gewünschter Extremspannung ist es daher am besten die Ringe flach zu halten. Meine Kalbsfell Djembe von Baragnouma ist da ein Vorbild, Spielfläche 30cm, Ringinnendurchmesser 31cm, Ringoberkante nur 1cm unter der Fellkante. So sind Totschläger Djemben gebaut. Mit Kalbsfell hart bespannt und musste nach über 3 Jahren nie nachgespannt werden. Niedrige Ringe erfordern aber eine angepasste Spieltechnik, die nicht jedem liegt.

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#13

RE: Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 24.10.2017 14:58
von Pfefferminza • 4 Beiträge | 40 Punkte

Aha. Vielen Dank für eure Antworten. Ja, das alte Fell war nicht so weit herunter gezogen, die Ringe saßen ganz normal kurz unter dem Rand. Da habe ich mich verschätzt, wie sich das tatsächlich noch dehnt bei starkem Zug. Vielleicht ist es das.

Robert, die Djembe hat keinen tiefen Klang, da habe ich mich vielleicht nicht richtig ausgedrückt. Ich finde die viel zu hoch für so eine große Trommel. ich hätte genau dieses eher conga oder Schamanen Trommel mäßige gerne bekommen 😜

Im Moment mag ich es nicht sofort nochmal in Angriff nehmen, aber dauerhaft werde ich mich dann daran geben.. und wenn ich schon wieder aufmache, dann vermutlich das Hirsch Fell versuchen.

Wenn ich dran gehe, berichte ich.
Freundliche Grüße, Pfefferminza

zuletzt bearbeitet 24.10.2017 15:03 | nach oben springen

#14

RE: Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 25.10.2017 15:29
von merkaba • 316 Beiträge | 3300 Punkte

Hallo Pfefferminze,

den Effekt dass sich der überstehende tiefe Rand stärker dehnt als die Schnur, habe ich auch schon bei meinen Trommeln festgestellt. Besonders blöd ist dann, wenn der Ring schief sitzt. Das wird dann mit der Zeit beim Spannen immer schiefer. - Tiefsitzende Ringen bedeuten aber nicht, das die Trommel deswegen schlecht klingt. - Wenn deine Trommel bei dem Durchmesser zu wenig Bass erzeugt, ist sie vielleicht schon zu hoch gestimmt. Grössere Trommel Durchmesser benötigen auch dickere Felle als kleinere Durchmesser. Relativ dünne Felle können auch von einer schwachen Frau, leicht überspannt werden... Bei dicken Fellen endet dagegen ein starkes Hochspannen oft mit verbogenen Ringen oder anderen Desaster, wenn nicht alles stimmt... - Auch was ein mitteldickes Fell ist, ist in keinster weise genormt... Die Härte des Felles spielt da auch eine Rolle. Mir sind die härteren Felle lieber.

Auf der Verkaufsseite von Percussio Africaine ww.afrikanische-percussion.com steht als Richtschnur
dünnes Fell bei Spielfläche bis 30 cm
mitteldickes Fell bei Spielfläche bis 32 cm
dickes Fell bei Spielfläche bis 34 cm
sehr dickes Fell bei Spielfläche grösser 34 cm

Für einen sauberen Klang ist besonders wichtig, dass die Trommeloberfläche möglichst plan und das Fell gleichmäßig aufgespannt ist.

Schöne Grüße
Robert

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#15

RE: Kann man da noch was retten? Klang ist schrecklich.

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 25.10.2017 16:05
von merkaba • 316 Beiträge | 3300 Punkte

Um zu überprüfen, wie gerade die Trommelfelloberkannte ist, kannst du eine Glasplatte auf die Trommeloberfläche legen (die Glasplatte sollte größer als der Trommeldurchmesser sein) und dann rundherum schauen, ob sich eine Postkarte zwischen Glas und Trommelkante schieben lässt.

Der Vorgang des Begradigens der Trommelkante ist schon in einigen Beiträgen erläutert worden. Ist der Trommelrand sehr krumm und schief, muss erstmal rundherum eine Linie aufgetragen werden. (Stift in der Sollhöhe festklemmen und die Trommel davor im Kreis drehen) Und zum Abtragen greife ich dann gerne zum Bandschleifer. Anschließend muss neu der Schlagrand geformt werden z.B. mit geeigneten Raspeln und Schleifblöcken. Perfektionisten stellen die Trommel zur Endbegradigung (natürlich ohne Fell) kopfüber auf eine kreisrunde Schleifplatte (Körnung 80) und drehen dann gefühlte 1000x - sehr anstrengend... - Für dich am Anfang alles etwas viel ;-)

zuletzt bearbeitet 25.10.2017 16:06 | nach oben springen


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