#1

Puschel, die schafbefellte Problem-Djembe aus heimischem Holz

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 09.05.2017 09:47
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo Leute!

Der alte Raphi hat sich wieder ein seltsames Trommel-Objekt ins Haus geholt, und zwar eine klobige Djembe, wahrscheinlich aus Ahornholz. Sie ist innen noch immer kettensägerau und erfordert viel Arbeit, wenn man ihr eine schönere Form geben will. Das wird in Grenzen möglich sein, ich werde wie immer versuchen, mein Bestes geben.


Dass der Trommelbauer zwar von gutem Willen beseelt, aber dilettantisch, vorgegangen war, bemerkt man an zahlreichen Merkmalen.
Die Schnürung ist abenteuerlich, die Schlagkante schärfer als unsere Küchenmesser und innen mache ich mich, dem Gewicht nach zu urteilen, besser seelisch bereit, einen wahrscheinlich sechs Zentimeter dicken Kesselboden abzutragen.

Das Lustigste ist aber das Schaffell, ein wahres Milbenbiotop, für Allergiker ideal, um die Wirksamkeit ihrer Medikamente zu testen.
Es wartet viel Arbeit auf mich, aber das ist genau das, was ich haben will.
Teuer war das Schmuckstück nicht, 30 Euro war es mir allemal wert.



Mit freundlichen Grüßen
Raphael

zuletzt bearbeitet 09.05.2017 09:52 | nach oben springen

#2

RE: Puschel, die schafbefellte Problem-Djembe aus heimischem Holz

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 10.05.2017 11:28
von Stefan • 270 Beiträge | 2646 Punkte

Hi,
sieht schon sehr abenteuerlich aus das Ding . . . Trommel ;-)
Viel Spaß mit dem renovieren, ich beneide dich nicht darum

Gruß Stefan

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#3

RE: Puschel, die schafbefellte Problem-Djembe aus heimischem Holz

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 12.05.2017 08:59
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo Stefan!

Danke für deine Rückmeldung! Ich bin nun zu 98% überzeugt, dass ich eine heimische Robinien-Djembe ergattert habe, die Pseudo-Akazie hat ein unheimlich hartes Holz, das mir ebensoviel abverlangt, wie die afrikanischen Harthölzer. Das außenliegende Splintholz ist weißlich-gelblich, das innere Kernholz ist olivgrün und schön gemustert.
Von der Härte her ist es deutlich härter als z.B. Iroko, eine Holz-Härte-Skala im Netz reiht Robinie sogar vor Lenke ein, eine andere aber hinter. Ich freue mich sehr über den Zuwachs und arbeite jeden Tag einige Stunden am Korpus. Das Erste, was ich getan habe, war das Schaffell Puschel abzuspannen und beiseite zu legen.
Der Akazienkörper wurde innen mit der Kettensäge ausgehöhlt, dem entsprechend sah er auch aus. Astlöcher und Risse gibt es auch einige, ich werde alles, was mit weißem Leim gefüllt wurde, auskratzen und durch 2-K-Kleber mit Holzstaub vermischt ersetzen.
Ich arbeite nach meiner Methode, nämlich gleichzeitig am Innen- und Außenraum, je nach Lust und Laune, aber ich verfolge dennoch einen Plan.
So soll die Djembe aussehen:

Im Kesselinnenraum ist schon einiges geschehen, besonders beim Durchlass, bis auf eine Stelle, die ich füllen muss, ist er fast fertig.

Im Fuß selber habe ich noch nichts getan, außen aber schon, die Linie muss sich nur mehr dem Plan annähern. Oben tiefer hinein und die Linie, die hinunterführt, schön gewölbt formen. Dann noch die Wülste sägen/stemmen/feilen, oben den einen und unten die anderen, Routinearbeit.

Es wird und ich habe richtig Freude an der Bearbeitung des Robinienholzes. Wusstet ihr, dass dieses Holz extrem witterungsbeständig ist?
Ohne Imprägnierung und eingegraben ins feuchte Erdreich modert es erst nach 20 Jahren, an der Luft erst nach 60 Jahren. Europarekord!

Mit freundlichen Grüßen
Raphael

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#4

RE: Puschel, die schafbefellte Problem-Djembe aus heimischem Holz

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 14.05.2017 17:10
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo Leute!

Noch tiefer, noch entschiedener und immer noch ist es nicht tief genug. Daran muss ich noch arbeiten, aber die Richtung stimmt. Unten möchte ich drei Wülste gestalten, ob ich die dann noch beschnitze, weiß ich nicht.
Ganz unten ist ein dicker Strich, der das untere Ende der Djembe bezeichnet. Dort säge ich den Fuß ab, glätte in mühevoller Arbeit die Schnittfläche und klebe einen 15 mm Gummi dran.


Mit freundlichen Grüßen
Raphael

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#5

RE: Puschel, die schafbefellte Problem-Djembe aus heimischem Holz

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 14.05.2017 17:50
von sabineoh • 277 Beiträge | 2855 Punkte

Hallo Raphael,

vom Korpus her eine Mammutaufgabe. Das Puschelfell ist allerdings der absolute Hingucker ;-)) DAS ist mal richtig selten.

Viele Grüße
Sabine

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#6

RE: Puschel, die schafbefellte Problem-Djembe aus heimischem Holz

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 15.05.2017 09:01
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo Sabine!

Da ich sehr neugierig auf den Klang des Holzes bin und ich ein Schaffell weder kenne noch ob seiner Weichheit schätze, werde ich ein hartes Ziegenfell aufziehen. Mit Puschel kann man später eine Trommel bis Durchmesser 35 cm überziehen, so groß sind die Ringe.
Auf jeden Fall soll die Robinien-Djembe bis zum Sonnwend-Trommeln fertig werden, dafür habe ich noch 36 Tage Zeit. Ich möchte in ca. vier Wochen ein Fell aufziehen, dann höre ich gleich, ob es sich lohnt, die Trommel auf den Berg zu schleppen.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael

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#7

RE: Puschel, die schafbefellte Problem-Djembe aus heimischem Holz

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 22.05.2017 17:20
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo Leute!

Es ist soweit, ich habe die Robinien-Djembe in Form gebracht, geschliffen und mit einem Gummifuß versehen. Nach dem Ölen präsentiert sich das Holz so:

Das reicht mir erstmals, ich muss den Fuß nicht beschnitzen, außerdem wartet meine Tochter auf eine weiße Djembe, diesen Wunsch werde ich ihr gerne erfüllen, ich habe schon einen passenden Kandidaten vom Fell befreit.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael

zuletzt bearbeitet 22.05.2017 17:21 | nach oben springen

#8

RE: Puschel, die schafbefellte Problem-Djembe aus heimischem Holz

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 01.06.2017 08:57
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo Leute!

Das Robinien-Holz ist sehr schön geworden, finde ich, auch der Gummifuß ist gelungen, der Fuß ist halt schlank, aber da war nichts zu machen.


Nicht geglückt ist es mir jedoch, die Djembe zu spannen. Der Fellring hat nachgegeben, ist nach innen gedrückt worden mit dem Ergebnis, dass der bunte Spannring über den Fellring rutscht, eine unschöne Angelegenheit, siehe Bild zwei.
Ursache: Der alte Puschel-Ring war viel zu groß und verblieb im Schaffell, einen neuen Ring zu schweißen, dazu war der alte Raphi zu faul, also nahm er das, was da war, einen glatten, vielleicht 4 mm dünnen Stahlring aus dem Fundus. Der hat es leider nicht gebracht. Ich werde einen 6 mm Ring schweißen, das Fell unten nur soweit feucht machen, dass ich den alten Ring rausfummeln und den neuen einbringen kann.


Mit freundlichen Grüßen
Raphael

zuletzt bearbeitet 01.06.2017 09:01 | nach oben springen

#9

RE: Puschel, die schafbefellte Problem-Djembe aus heimischem Holz

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 06.06.2017 15:09
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo Leute!

Sofortmaßnahmen: Abspannen, Ring herauspulen, neuen schweißen, einbringen, Fell im unteren Bereich feucht machen und hochziehen, mit Klemmen fixieren. Nach dem Trocknungsprozess wird das Spannen nun hoffentlich möglich sein!


Mit freundlichen Grüßen
Raphael

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#10

RE: Puschel, die schafbefellte Problem-Djembe aus heimischem Holz

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 22.06.2017 15:10
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo Leute!

Hier die endgültige Fassung mit tiefdunkelblauer PES Schnur 5 mm.


Grüße Raphael

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#11

RE: Puschel, die schafbefellte Problem-Djembe aus heimischem Holz

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 03.07.2017 16:32
von merkaba • 316 Beiträge | 3300 Punkte

Hallo Raphael,

herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Ring-Reparatur.

Die 4mm Ringe waren für eine Djembe wirklich etwas knapp bemessen. Bei dicken Fellen auf Djemben haben sich bei mir bei mir auch schon 6mm Ringe beim Spannen total verbogen. Erst mit 8mm Ringen habe ich den Eindruck bei Djemben auf der sicheren Seite zu sein.

Bei den viel zierlicheren Talking Drums (von denen ich jetzt am Wochenende nach der bewährten Methode zwei Stück repariert habe) scheinen die 4mm Ringe wegen der geringen Fellspannung noch gut zu funktionieren. - Ich hatte eine schwere mittelgroße gedrechselte Talking Drum (gekauft mit Fellriß) umgebaut von 2.Ring-Montage auf 1.Ring. Die so gewonnenen Ringe habe ich für den Bezug einer traditionellen Nigeria Talking weiterverwendet, wo mir brauchbare Ringe fehlten. - Mir fehlt leider eine Bezugsadresse für kleinere Ringdurchmesser. (Für Djemben sind die Ringe über Trommelläden problemlos zu erhalten.) Mit selber Ringe-schweißen wollte ich nicht anfangen. ich habe über das Internet 4 Betriebe angefragt, die geschweißte Ringe anbieten, aber keiner hatte mir geantwortet...

Liebe Grüße
Robert

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