#1

Ich melde mich von meiner Trommelbau Pause zurück ;-)

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 29.01.2016 14:42
von merkaba • 316 Beiträge | 3300 Punkte

Projekt 1 :
Eine große Senegal-Djembe (Durchmesser 36 cm) aus Buschmango für die Tochter einer Mittrommlerin. wirkt monströs mit breiten Kelch und schlangen geraden Fuß, Schlichtes Design, windschief, Fuß und Trommelrand extrem wellig (7 mm!!!). innen im Durchlass stachelig, Holz (Buschmango) steinhart, das alte löchrige Fell war mindestens 10 Jahre alt, die alten Ringe zu eng klemmend, fürchterliche gestückelte Seilbespannung.
Mit Bandschleifer habe ich das Teil oben und unten begradigt. Innen die Stacheln mit Scorp entfernt. Inzwischen sind neue passende bestellte Ringe vom Djembe-Webshop eingetroffen. - Ich hab ein passendes Ziegenfell von Baragnouma bereitgelegt, dass aussieht wie eine Wildsau... Ich denke das passt.

Projekt 2 : Meine rote Luxus Palisander Djembe (Durchmesser 34cm) mit Body vom Djembe Art steht wieder auf dem OP-Tisch. Das teuere Sahara Langhaarfell hat den Motten prima geschmeckt und die Brut war nicht tot zu kriegen... Da half nur alles ab. - Schon vor vielen Monate hatte ich den Krieg gegen die Motten gewonnen und so lange steht der Body schon nackig herum....
Diesesmal will ich ein dickes haarloses Fell von Percussion Africaine draufmachen. Über den Klang des alten Saharafell war ich früher wegen den Obertönen nicht glücklich. Deshalb diesesmal ein dickes Fell. Den Rand des Korpus habe ich noch mal nachgeglättet und die Rest-Welligkeit von 1mm elimiert. Ich habe eine Glasscheibe auf den Trommelrand gelegt und mit einem Blatt Papier geprüft, wo noch Luft ist... - Das Teil wartet jetzt frisch geölt auf das neue Fell.

Projekt 3 : Einen überraschend leichten Palisander Djemben Rohling (ca. 6kg) aus Burkina Faso mit fetten Durchmesser 34cm habe ich auch bereits bis zur Ölung vorbereitet. Der bei Ebay bei dreadnut-direktimport für 80 Euro vor knapp 2 Jahren beschaffte Rohling war schon ganz gut. Restwelligkeit an Kelchrand und Fuss war vor der Begradigung nur 2mm. Das gibt mit dem geringen Gewicht eine gute Auftrittsdjembe. - Das Teil bekommt nach meiner Planung auch ein dickes haarloses Fell von Percussion Africaine

Schöne Grüße
Robert

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#2

RE: Ich melde mich von meiner Trommelbau Pause zurück ;-)

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 29.01.2016 16:05
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo Robert!

Super, dass du dich wieder zu Wort meldest, es war mir ohnehin klar, dass du im Stillen werkst. Ich finde es gut, dass du diesen Thread eröffnet hast!

Zu 1) Oh, wie ich das kenne, steinhartes altes Bushmangoholz mit allen Symptomen, die du beschrieben hast plus einem mehr, nämlich der Rissfreudigkeit des ausgetrockneten Holzes.

Zu 3) Ich habe zwei Palisander-Djemben und Schwergewichte sind beide nicht, eine ebenfalls von Burkina, eine aus Guinea, sie sind laut
und durchsetzungsfähig.

Grüße Raphael

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#3

RE: Ich melde mich von meiner Trommelbau Pause zurück ;-)

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 31.01.2016 20:19
von sabineoh • 277 Beiträge | 2855 Punkte

Halli-hallo,

ihr seid beide fleißig - und ich komm zu nix. Habe momentan 2 Jobs und 3 Trommelgruppen. Ich habe eine Senegaldjembe so gut wie fertig. Das Teil ist von ca. 1990 und lag mind. 15 Jahre auf einem Dachboden. Buschmango. Ich will die Maske vom Fuß noch aufs Fell übertragen und das ist der Stillstand seit letztem Sommer. Hier ein Urzustandsbild und eines vom Ist-Zustand.

Liebe Grüße aus dem Norden
Sabine

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#4

RE: Ich melde mich von meiner Trommelbau Pause zurück ;-)

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 01.02.2016 11:08
von merkaba • 316 Beiträge | 3300 Punkte

Moin,

deine Senegal-Djembe sieht perfekt aus... Braucht dein Fell wirklich eine Bemalung?

Ich hatte nach der Niederschlagung der Motteninvasion etwas ein Jahr Trommelbaupause. Ich habe in der Zeit lediglich den Spanntisch zum Nachspannen meiner Trommeln genutzt. Und auch einen Auftrag von einem Trommelkollegen mit gerissenen Fell abgelehnt...
Ich habe in dem Jahr an Indianerflöten und afrikanischen Querflöten rumgebastelt.

Jetzt hatte ich aber Mitleid mit der Senegaltrommel von der Tochter einer Trommelkollegin. Mit dem Teil habe ich mehr etwas Arbeit aufgeladen. Das monströse Teil stammte von einem Afrikaner, der das Teil bei dem Rückkehr in seine Heimat in einer Mietwohnung hat stehen lassen und wurde vom Vermieter an meine Trommelkollegin für 65 Euro verkauft. Das Teil schwankte wie eine Schiffsschaukel und war mit fingerdicken Seil bespannt bzw. ein Nachspannen nicht möglich. Das schlappe Fell dröhnte schief... - Ich wollte eigentlich nur die notwendigsten Arbeiten tun und den Fuss begradigen und die Längsschnur tauschen. So habe ich das Teil auf den Kopf gestellt und mit dem Stift eine Linie parallel zum Fussboden angezeichnet und mit Bandschleifer abgetragen. Im nachhinein betrachtet hätte ich lieber die Fusshöhe als Linie abgetragen. - Aber der verbliebene halbe Zentimeter Fusschiefe ist eigentlich nichts, bei einer Senegal-Djembe. Ich habe noch einen anderen eigenen Senegal-Rohling mit 1cm Schiefe. Das ist bei denen wohl Standard...
Dann die geflickte Längsschnur runter und dann erst gemerkt dass eine Ringschlaufe oben fehlt.... Das Seil der Ringschlaufen hätte sowieso keine starke Spannung vertragen. Also musste das Fell runter. Ringe liessen sich nur mit dem Hammer lösen .... Als das Fell unten war, konnte ich sehen, dass das Fell vom scharfen Trommelrand schon perforiert war. Der Trommelrand ansonsten auch krumm und schief, also ein Fall für den Bandschleifer. Das einzig positive : die Wandstärke relativ gleichmässig dick und rissfrei.... - Ich habe für oben neue Ringe in beschafft und beknotet. Ich bevorzuge oben einen Knotenabstand von guten 4cm. Das ergab bei einem Ring mit Innendurchmesser von knapp 38 cm 30 Knoten. Leider war der untere Ring sehr schmal, dort musste ich halbe Ringknoten statt den normalen Ringknoten knüpfen, damit das platzmässig hinkommt. Djembe eingefädelt und beim Fell draufziehen hatte ich dann auch etwas Kampf. Das nasse Fell hat bei dem plazieren rumgezickt. Es war etwas kleiner als vermutet, vielleicht etwas beim Baden eingelaufen? Bei dem Kampf es gleichmässig und mittig zu plazieren hat sich das Fell gedreht und das Felle wollte an den Seiten, wo es dünner ist wegrutschen... Schliesslich gelang es mir, das Fell etwa einen Daumenrand unter dem Trommelrand auszurichten. Der Trommelfellrand ist dann etwas minimalistisch ausgefallen und bedeckt gerade so die Oberseite der Schlaufen. Ich wollte etwas Überstand lassen, in der Hoffnung dass am Ende das Fell beim Spannen nicht durchrutscht... Am Samstag habe ich das Fell aufgelegt und elektrisch vorrasiert, jetzt ziehe ich die Längsschnur täglich vorsichtig per Hand nach, damit sich nichts verschiebt und die Klemmspannung sich langsam aufbaut. Inzwischen klingt das Teil schon mal wie eine laut dröhnende Basstrommel... - Am Sonntag hatte ich beim Rasieren mit der Klinge auch meinen Kampf. Die Fellhaare waren derartig dick und widerborstig, dass sie zunächst nicht abgehen wollten. Erst nachdem ich die Haarborsten mit Schmirgelpapier etwas angeschliffen und geschwächt hatte, gab es mit der Rasierklinge Fortschritte... - Ich sehe dass ich etwas aus dem Training bin ;-)

Liebe Grüße
Robert

zuletzt bearbeitet 01.02.2016 11:11 | nach oben springen

#5

RE: Ich melde mich von meiner Trommelbau Pause zurück ;-)

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 02.02.2016 13:17
von merkaba • 316 Beiträge | 3300 Punkte

Die Senegal-Djembe nach der Begradigung von Fuß und Kesseloberkante


Blick in den Kessel


Die aufgearbeitete Schlagkante


Die neu geknüpften Ringe


Das neue Fell ist drauf


Nach der elektrischen Rasur




Auf dem Spanntisch


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#6

RE: Ich melde mich von meiner Trommelbau Pause zurück ;-)

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 06.02.2016 09:54
von sabineoh • 277 Beiträge | 2855 Punkte

Hallo Robert,

Senegaltrommeln sind immer Sorgenkinder. Du hast dir da ja eine Menge Arbeit gemacht. Da ich nicht der große Holzbearbeiter bin, gruselt es mich bei jeder Senegaldjembe. Ich hab noch so eine Patientin stehen. An ihr ist wirklich nichts gerade, grauenhaft unsauber auch die Schnitzereien, wie im Bild zu sehen ist. Ob das ein Djembebauanfänger war??? Ich habe sie im Moment nur abgeschliffen und die übelsten Risse geschlossen und warte noch auf eine "Eingebung". Übermäßig viel Zeit zu investieren lohnt sich klanglich meist nicht.

Liebe Grüße
Sabine

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#7

RE: Ich melde mich von meiner Trommelbau Pause zurück ;-)

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 06.02.2016 10:20
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo Sabine!

Machbar ist vieles, aber ob es sinnvoll ist, das ist eine andere Frage. Die Risse und Unsauberkeiten sind leider Senegal-Standard, Dugura-Djemben aus Mali sind da viel besser und es ist das gleiche Holz.
Zu den Schnitzereien: Besser wäre es gewesen, hätte sich da jemand nicht verewigt.

Mit verewigt meine ich, dass man sie nicht mehr herausschleifen kann, so tief sind sie und das Holz wird wohl dünn sein, wie bei Senagal-Djemben üblich.

Grüße Raphael

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#8

RE: Ich melde mich von meiner Trommelbau Pause zurück ;-)

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 06.02.2016 16:08
von sabineoh • 277 Beiträge | 2855 Punkte

Hallo Raphael,

plan schleifen ist Illusion. Bei der anderen Senegali habe ich die Druckstellen der Knoten alle plangeschliffen, das ging problemlos. Aber das hier .... geht nicht. .... Sie wird wohl noch eine Weile herumstehen bevor ich da dran gehe. War zum Glück ein Geschenk, also kein finanzieller Einsatz.

Ich habe eine Dugura-Djembe von Percussion Africaine, Fellriss, gesehen, gekauft und bespannt. Ein tolles Stück (für Auftritte gut, sonst ist sie mir zu grell im Klang), sehr elegant, dünnwandig und erstaunlich leicht. Ganz anders als dies Bauernexemplar.

Viele Grüße
Sabine

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#9

RE: Ich melde mich von meiner Trommelbau Pause zurück ;-)

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 06.02.2016 17:08
von merkaba • 316 Beiträge | 3300 Punkte

Ring frei für meine rote Palisander Djembe....

Vorbereitet für den Fellwechsel


Blick auf die Schlagkante


Blick in den Kelch


Ein Rohr mit Muffe aus dem Baumarkt ersetzt die Badewanne beim wässern des Felles


Fell ist frisch drauf und darf trocknen

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#10

RE: Ich melde mich von meiner Trommelbau Pause zurück ;-)

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 07.02.2016 10:00
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo Robert!

Ist das jene Palisander, mit deren Sound du bislang nicht so recht zufrieden warst? Ich habe bislang sieben Guele-Djemben bearbeitet, für mich das Non-plus-ultra-Holz überhaupt, alle hatten einen Superbass, nur eine nicht. Deren Bass ist trocken, kurz und unbefriedigend und ich weiß nicht, woran es liegt.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael

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#11

RE: Ich melde mich von meiner Trommelbau Pause zurück ;-)

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 07.02.2016 11:46
von merkaba • 316 Beiträge | 3300 Punkte

Moin Raphael,

ja das war die rote Luxus-Palisander-Djembe (Rohling von Djembe-Art damals zum Luxuspreis von 250 Euro, heute kosten die dort schon unverschämte 300 Euro) früher mit einem Langhaarfell mit störenden etwas schiefen Obertönen insbesondere beim Ton. Das alte Fell war vermutlich zu dünn und die Oberkante war ja auch noch nicht 100 prozentig plan, weil ich noch nicht mit deinem Verfahren mit der Schleifscheibe die Kante begradigt hatte. Vielleicht war es ein Glücksfall, das die Motten dieses Fell gefressen haben...

Heute habe ich einen braune Palisander Djembe von dreadnut-directimport (Ebay) bezogen. Der Rohling hatte "nur" 80 Euro gekostet. Sie hat einen sehr schöne eingearbeitete Kante, der den unteren Ring stabil hält. Das neue Fell ist noch etwas dicker als das für die rote Palisander Djembe. Heute nacht um 2 Uhr habe ich das Fell ins Regenrohr zum wässern gesteckt. Nach 7,5 Stunden war es so weich, dass es verarbeiten konnte. (Zum Vergleich die harten Baragnouma Felle brauchen bei mir nur etwa 6 Stunden.)

Vorbereitung zum Fell aufziehen


Blick von oben in den Kelch


Fell auflegen und schönstes Fellteil aussuchen. - Ich musste da einer löchrigen Warze und ein paar Narben ausweichen...


Fell und Ringe werden in Position gebracht


Das Fell ist drauf... Nach dem Rand wird Überhang auf einheitliche Länge gekürzt


Bei der Fellmontage habe ich wieder die Fellrand-Methode gewählt, weil mir das dicke Fell dafür am geeignetsten schien. - Oben etwas kürzer abschneiden und überstehenden Rand eindrehen funktioniert wohl nur bei dünnen Fellen. Ich habe es erst gar nicht ausprobiert...

Liebe Grüsse Robert

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#12

RE: Ich melde mich von meiner Trommelbau Pause zurück ;-)

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 17.02.2016 19:44
von merkaba • 316 Beiträge | 3300 Punkte

Ich bin momentan dabei die drei Djemben mit dem Spanntisch spielbereit zu spannen, in kleinen Schritten jeden Tag ein Stückchen mehr.

Meine rote Palisander-Djembe hat jetzt mit dem dicken Fell einen schönen glockenartigen klaren Klang ohne Obertöne.

Die große Senegal Djembe mit dem Baragnouma Fell hat auch einen sauberen hellen Klang.

Die andere braune Palisander Djembe habe ich noch nicht so hoch gestimmt. Es zeichnet sich aber ab, dass beide Palisander-Djemben ähnlich klingen.

Beim Spannen auf dem Spanntisch habe ich dazugelernt, dass das Ergebnis deutlich besser wird, wenn 2 Gripzangen (statt einer) verwendet werden. Um Nachrutschen des Seils effektiv zu vermeiden, muss beim Spannen und Umsetzen der Gripzange immer die andere gesetzt sein. - Eine ständige Absicherung wie beim Bergsteigen....

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#13

RE: Ich melde mich von meiner Trommelbau Pause zurück ;-)

in Djembe bauen, reparieren und pflegen 18.02.2016 10:04
von raphael • 629 Beiträge | 6362 Punkte

Hallo Robert!

Mein Spanntisch wird wahrscheinlich heute oder morgen fertig, dann kann ich meine Erfahrungen damit machen.

Grüße Raphael

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